Tag 34 La grande finale

Tag 34 La grande finale

Mensch, das war mal ein kurzweiliges Endspiel: Erst einmal, 1958 beim 5:2 Brasiliens gegen Schweden, sind mehr Tore im Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft gefallen als heute im Moskauer Luzhniki-Stadion. Glückwunsch an die Franzosen, die zwar auch heute wieder nicht den attraktivsten Fußball gespielt habe, aber gerade vorne mit Extraklasse bestechen. Unser Nachbarland hat die Finalschmach gegen Portugal bei der EM vor der Haustür in 2016 auf jeden Fall vergessen lassen. Die Kroaten haben sich leidenschaftlich gewehrt, waren ein würdiger Finalgegner, nur mussten sie irgendwann den drei Verlängerungen zuvor Tribut zollen.

Für mich geht mit diesem Endspiel ein fünf Wochen währendes Abenteuer zu Ende, ich habe viel erlebt, gesehen und fürs Leben hier abgespeichert. Eines muss noch dazu gesagt werden: Das Turnier war wirklich top organisiert, die Sicherheit war immer gewährleistet. Nur das Wetter wollte nicht so mitspielen: Pünktlich zur Siegerehrung klatschte ein Gewitterregen nur so auf den Rasen, extrem schwül hat sich Moskau von dieser WM verabschiedet. Auch ich sage auf diesem Wege Tschüss und hoffe, Ihr hatte Freude beim Lesen. Eine Zusammenfassung meines Trips (“Russland von A bis Z”) habe ich in der Fuldaer Zeitung zusammengefasst, das PDF dazu findet Ihr unter dem heutigen Video.

5 Wochen in 26 Buchstaben: Meine WM-Bilanz, die auch in der Samstagsausgabe der Fuldaer Zeitung erschienen ist, könnt ihr euch HIER anschauen: 20180714-TZ-Seite Doppelt 4 und 5-Fuldaer Zeitung

Tag 33 Der Final-Countdown läuft

Tag 33 Der Final-Countdown läuft

Nur noch 24 Stunden, dann steht der neue Fußball-Weltmeister fest. Den Tag davor habe ich genutzt, um ein letztes Mal vor meiner Abreise über den Roten Platz und durch die Fußgängerzone Arbat zu laufen. Dabei wollte ich ausloten, ob und in welcher Zahl schon Fans der Finalteilnehmer aus Kroatien und Frankreich vor Ort sind und Stimmung machen. Nunja, wirklich viele habe ich nicht gesehen, obwohl der Rote Platz wieder proppenvoll war. Meist handelte es sich aber um russische Familien oder normale Touristen, die den bedeutendsten Ort der russischen Hauptstadt bevölkerten.

Tag 32 Aberglauben

Tag 32 Aberglauben

13. Juli: Ein geschichtsträchtiges Datum im deutschen Fußball, hat unsere Mannschaft doch heute vor exakt vier Jahren dem WM-Pokal in Brasilien geholt. Das Finale in Russland sehen unsere Jungs nur von der Couch aus, ist das Aus nun schon mehr als zwei Wochen her. Bis zum Endspiel 2018 sind es noch zwei Tage, deshalb bleibt Zeit, uns am Freitag, den 13., ein bisschen mit dem Thema Aberglauben in Russland auseinanderzusetzen.

Tag 31 Höhenluft

Tag 31 Höhenluft

Heute habe ich mich trotz Höhenangst mal auf 374 Meter gewagt: Der Federation-Tower in Moskau ist noch gar nicht so alt, hat sich als Aussichtsplattform in der russischen Hauptstadt aber schon längst etabliert. Der Turm liegt in einem Bürokomplex, der erst Anfang der 90er Jahre erbaut wurde. Die S-Bahnstation nahe des Komplexes ist auch nicht alltäglich: Durch grüne Dachplatten wirkt der Bahnhof bei Tageslicht wie einer von einem anderen Planeten.

Tag 30 #CROENG

Tag 30 #CROENG

War es die Angst vor der eigenen Courage, ein trügerisches Gefühl der Sicherheit oder am Ende doch einfach fehlende Erfahrung? Fakt ist, dass sich England im Halbfinale vom Titeltraum verabschieden musste. Eine gute erste halbe Stunde gegen diese Stehaufmännchen aus Kroatien reicht eben nicht fürs WM-Endspiel. Ich finde es trotzdem ein bisschen schade, weil ich viele Sympathien für die “Three Lions” habe. Nun also erstmals Kroatien in einem WM-Finale. Ganz stark für die Mannschaft vom Balkan, von der ich vorher gedacht habe, dass sie in ihrer Vorrundengruppe mit Island um den zweiten Platz hinter Argentinien streitet. Auf jeden Fall ist Kroatien verdient ins Endspiel eingezogen.

Tag 29 Der Izmailovsky-Touri-Park

Tag 29 Der Izmailovsky-Touri-Park

Ich hatte heute eigentlich vor, ein eher lustiges Thema aufzugreifen: Doch mein Besuch im Wodka-Museum erwies sich alles andere als interessant. Da hat Moskau noch eindeutig Nachholbedarf. Die ingesamt drei Stunden, die für den Trip in den Nordosten der Stadt auf mich genommen habe, die hätte ich mir auch sparen können. Nun denn… Auf dem Rückweg war ich noch einmal kurz im Luzhniki-Stadion, habe die eher unspektakuläre Pressekonferenz der Kroaten verfolgt, um dann mit den Sport-1-Kollegen beim Essen den Abend mit Frankreich – Belgien ausklingen zu lassen. Auch da hatte man im Vorhinein sicher mehr Spektakel erwartet, mit Frankreich hat das Spiel in St. Petersburg aber einen verdienten Finalisten hervorgebracht.

So, der erste Finalist stünde mit Frankreich dann schon mal fest. Verdientermaßen. Auch gegen Belgien zeigten die Franzosen wieder, dass sie eine super Balance in der Mannschaft haben. Ob Varane, Kanté oder Siegtorschütze Umtiti: Die Defensive stand mit Ausnahme der Anfangsphase bombensicher gegen Belgien. Die roten Teufel dagegen kamen nie richtig ins Tempo, man hatte in der zweiten Halbzeit nie das Gefühl, dass da irgendwas anbrennen könnte aus Sicht der Equipe Tricolore. Ich freue mich nun schon mega auf das zweite Halbfinale morgen zwischen Kroatien und England im Luzniki-Stadion. Geil, dass ich wieder live dabei sein kann. Irgendwie würde ich es schon den Engländern gönnen, die heute mit einem Plüschhuhn im Training rumhantiert haben. Sollte Abwechslung und Spaß reinbringen. Die Kroaten dagegen wollen ihren ganzen Stolz in die Waagschale werfen. Egal, wie es ausgeht: Keinen von beiden hätten man jemals vor diesem Turnier im Endspiel gewähnt.